VRN-Delegation informiert sich über Europas längste urbane Seilbahn Exkursion zur Câble C1 in Paris liefert wertvolle Erkenntnisse
Die Exkursion nach Paris verdeutlichte das Potenzial urbaner Seilbahnen im dichten Stadtgefüge: An der gezeigten Verknüpfungsstation, die sich zwischen mehreren Schnellstraßen befindet, treffen Metro, Bus und Seilbahn auf engem Raum zusammen und zeigen, wie platzsparend und flexibel Seilbahnsysteme in hochverdichtete Verkehrsknotenpunkte integriert werden können. (Foto: VRN GmbH)
Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) hat gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern von Kommunen, die derzeit entsprechende Untersuchungen durchführen, die neue urbane Seilbahn Câble C1 im Südosten von Paris besichtigt. Anlass der Exkursion war der fachliche Austausch zur Planung, Realisierung und Einbindung innovativer Seilbahnsysteme in den öffentlichen Nahverkehr.
Die Câble C1 ist seit Mitte Dezember 2025 in Betrieb und gilt mit einer Streckenlänge von rund 4,5 Kilometern derzeit als längste urbane Seilbahn Europas. Sie verbindet die Gemeinden Villeneuve-Saint-Georges, Limeil-Brévannes und Valenton innerhalb von rund 18 Minuten mit der Station Créteil – Pointe du Lac, an der Anschluss an die Metrolinie 8 besteht. Insgesamt umfasst die Strecke fünf Stationen.
Besonders interessant für die Delegation aus der Metropolregion Rhein-Neckar war die städtebauliche Integration der Seilbahnanlage in ein hochverdichtetes Umfeld. Insbesondere die Verknüpfungsstation mit der Metroendhaltestelle veranschaulicht, wie flexibel und platzsparend Seilbahnanlagen umgesetzt werden können. Auch die vollständige Integration der Seilbahn in das bestehende Verkehrsnetz und den Tarif der Region ist ein Meilenstein. Aufgabenträger ist die Île-de-France Mobilités, der Betrieb erfolgt nach einer Ausschreibung durch Transdev. Der Bau der Anlage wurde durch die Doppelmayr Group realisiert und begann im Mai 2023.
„Die Exkursion nach Paris hat eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial urbane Seilbahnen als Ergänzungen zum bestehenden öffentlichen Nahverkehr haben. Gerade dort, wo für neue Stadtbahnstrecken kein Platz vorhanden ist, oder Straßen, Schienenwege und Flüsse überquert werden müssen, können sie neue, leistungsfähige Verbindungen schaffen“, teilt Dr. Michael Winnes, Geschäftsführer der VRN GmbH, mit.
Wichtige Impulse für die Region
Während des Besuchs erhielten die Teilnehmenden umfassende Einblicke in die Planung und Umsetzung des Projekts. Vertreter der beteiligten Organisationen berichteten vor Ort über zentrale Herausforderungen in der Planungsphase sowie über Lösungsansätze bei Genehmigung, Bau und Integration in das vorhandene Verkehrssystem.
Nach Angaben der Projektverantwortlichen war insbesondere die klare politische Unterstützung ein entscheidender Erfolgsfaktor. Gleichzeitig wurde der verkehrliche Nutzen der Seilbahn hervorgehoben: Sie erschließt bislang schwer erreichbare Stadtteile, überwindet geografische und infrastrukturelle Barrieren und ergänzt das bestehende ÖPNV-Angebot auf leistungsfähige Weise.
Die Gespräche und Eindrücke in Paris liefern nun wichtige Erkenntnisse für die laufenden Untersuchungen im Verbundgebiet des VRN. Deutlich wurde dabei, dass urbane Seilbahnen unter bestimmten Rahmenbedingungen eine geeignete und effiziente Lösung sein können, um bestehende Verkehrsbedarfe zu decken und neue Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr zu schaffen.