VRN Jahresergebnis 2018

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Solide Bilanz bei Fahrgeldeinnahmen und Fahrgastenzahlen – Zeitkarten für Berufspendler nehmen zu und stärken langfristige Kundenbindung

Im Jahresergebnis für 2018 zieht der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) eine solide Bilanz hinsichtlich der Fahrgeldeinnahmen und Fahrgastzahlen, die weitest gehend auf dem hohen Niveau der Vorjahre stabil geblieben sind.

Die Verkehrsunternehmen im VRN konnten bei den Fahrgeldeinnahmen für das Jahr 2018 bei einer Tarifanpassung von 2,5 Prozent einen Zuwachs von rund 2,1 Prozent erzielen. Die Einnahmen betrugen in 2018 insgesamt rund 318,1 Millionen Euro.

Die Zahl der beförderten Personen, die im letzten Jahr mit Bus und Bahn im VRN unterwegs waren, betrug rund 305,9 Millionen Menschen. Dies sind 1,0 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Stammkundenanteil mit Zeitkarten sank leicht auf 90,6 Prozent. Dafür verantwortlich waren in erster Linie die Rückgänge bei den Jahreskarten Jedermann und der verbundweit gültigen Jahreskarte MAXX-Ticket für Schüler und Auszubildende.

„Im VRN greifen die Kunden überwiegend auf verbundweit gültige Jahreskarten zurück, um mit Bus & Bahn umweltschonend und nachhaltig unterwegs zu sein. Deshalb konnten starke Zuwächse beim Rhein-Neckar-Ticket und vor allem beim Job-Ticket verzeichnet werden. Die Rückgänge bei den Zeitkarten Ausbildung prägen allerdings weiterhin die Bilanz“, sagte Volkhard Malik, VRN-Geschäftsführer.

Rückgang von Ausbildungszeitkarten

Die Anzahl der Zeitkarten ging insgesamt im Bereich der Monatskarten Ausbildung (- 1,63 Prozent) und den Jahreskarten Ausbildung (- 3,06 Prozent) weiter zurück. Im Jahresdurchschnitt hatten insgesamt 140.506 Kunden ein MAXX-Ticket (- 3,43 Prozent). Ähnlich entwickelten sich die Jahresdurchschnittszahlen beim SuperMAXX-Ticket (- 1,70 Prozent) und den Ausbildungskarten Westpfalz (- 1,65 Prozent). Im Kreis Bergstraße, der zum VRN-Verbundgebiet gehört, gilt das landesweite Schülerticket Hessen, das im Durchschnitt 2.854 Fahrgäste nutzten.

Beim Semester-Ticket sind die Fahrgastzahlen im Durchschnitt leicht rückläufig. Im letzten Jahr wurden 70.334 Tickets (- 1,77 Prozent), jeweils 6 Monate gültig, verkauft.
Das Anschluss-Semester-Ticket für Studierende mit Semester-Ticket einer Partnerhochschule außerhalb des VRN, hatten 8.241 Karteninhaber und damit deutlich weniger Nutzer (- 8,76 Prozent) als im Vorjahr.
Beim Semester-Ticket plus Westpfalz lag die Zahl der verkauften Tickets im Dezember bei 13.296 Studierenden (- 1,23 Prozent).

Zuwächse beim Rhein-Neckar-Ticket und beim Job-Ticket halten an – Weniger Wochen-, Monats- und Jahreskarten Jedermann

Den Vorteil einer verbundweitgültigen Jahreskarte nutzen immer mehr Fahrgäste. Deshalb stieg die Zahl der Nutzer beim Rhein-Neckar-Ticket auf 29.160 Kunden (+ 2,53 Prozent) und beim VRN-Job-Ticket auf insgesamt 44.759 Kunden (+ 3,39 Prozent). Bei den Nutzerzahlen der relationsbezogenen Jahreskarte Jedermann mit 11.330 Kunden (- 1,39 Prozent) und der Monatskarte (- 8,70 Prozent) bzw. der Wochenkarte Jedermann (- 2,17 Prozent) waren dafür weniger Fahrgäste zu verzeichnen.

Senioren wollen flexibel bleiben

Die Zahl der Nutzer einer Karte ab 60 ging im letzten Jahr auf durchschnittlich 58.671 Karteninhaber zurück (- 0,61 Prozent), während die Zahl der Seniorenmonatskarten stieg (+ 2,92 Prozent). Die Vermutung liegt nah, dass sich die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen ab 60 Jahre zunehmend verändern und diese in der Wahl ihrer Fortbewegungsmittel flexibel bleiben wollen und sich nicht ganzjährig an den ÖPNV binden möchten.

BC-Tickets, Tages-Karten und Jugendgruppen-Karten deutlich stärker nachgefragt

Beim Einzelfahrschein Kinder (+ 2,65 Prozent) und dem BC-Ticket (+ 12,31 Prozent) wurden mehr Zuwächse erzielt. Im Bereich der Einzelfahrscheine bei den Erwachsenen (- 0,71 Prozent) wurden weniger Fahrkarten verkauft.

Bei den Tages-Karten war die Entwicklung weiter positiv. Hier konnte bei den Verkäufen ein Zuwachs von (+ 1,40 Prozent) erzielt werden. Die Jugendgruppen-Karte (+ 4,22 Prozent) wurde ebenfalls mehr genutzt.

/ Vrn-app

Online-Tickets immer beliebter

Fahrgäste nutzen Immer mehr die Möglichkeit, den Fahrschein online oder als Handy-Ticket zu erwerben. Das digitale Fahrkartenangebot umfasst mittlerweile auch fast alle VRN-Zeitkarten. Dadurch steigen die Nutzung und damit die Verkäufe der Tickets.

So konnte im letzten Jahr bei den Online- und Handy-Tickets ein Umsatz von rund 9,5 Millionen Euro erzielt und damit gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden. Ein großer Anteil entfällt dabei auf die online erwerbbaren Semester-Tickets.

Bei den Check-In/Check-Out Tarifen, die über die beiden Apps`s eTarif und ticket2go angeboten wurden, nahm der Umsatz mit rund 1,7 Millionen Euro spürbar gegenüber dem Vorjahr zu, der in 2017 bei lediglich 0,6 Millionen Euro lag.

Insgesamt wurden Einnahmen für Fahrausweise, die alle auf elektronischen Vertriebswegen verkauft wurden, in Höhe von insgesamt 11,2 Millionen Euro erzielt.

Fazit

Oberstes Ziel bleibt, den ÖPNV für unsere Kunden qualitativ hochwertig weiterzuentwickeln und auszubauen um damit auch langfristig neue Fahrgäste von den attraktiven Angeboten im öffentlichen Nahverkehr zu überzeugen. Dabei spielen für uns in naher Zukunft neben den elektronischen Vertriebswegen auch die alternative Anschlussmobilität mit dem Fahrrad oder Carsharing eine große Rolle. Hier gilt es, das Angebot zu erweitern und den Zugang sowie die Informationsmöglichkeiten einer vernetzten Mobilität für die Kunden weiter zu vereinfachen.

Wichtig bei alldem ist die bedarfsorientierte Nutzerfinanzierung bezahlbar zu halten, aber auch eine weitaus stärkere Förderung durch Landes- und Bundesmittel für u.a. den Ausbau der Infrastruktur, neue Tarifstrukturen und die nachhaltig umweltschonende Entwicklung im ÖPNV zu erreichen bzw. fortzusetzen.