S-Bahn Rhein-Neckar verkehrt ab 11. Dezember gemäß neuem Verkehrsvertrag

Die Aufgabenträger der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und für den hessischen Kreis Bergstraße die Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH sorgen durch den neuen Verkehrsvertrag auf den Linien S1 bis S4 sowie S33 in modernisierten Zügen für mehr Platz, Komfort sowie Kundenservice

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Ab Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 verkehrt die S-Bahn RheinNeckar auf den Linien S1 bis S4 sowie auf der S33 gemäß den Vereinbarungen des neuen Verkehrsvertrages.

DB Regio hatte hierfür im Januar 2015 den Zuschlag erhalten. Vorangegangen war eine europaweite Ausschreibung zur Vergabe der Verkehrsleistungen in Form eines sogenannten Verhandlungsverfahrens.

Gegenstand des über eine Laufzeit von 17 Jahren - von Dezember 2016 bis Dezember 2033 - abgeschlossenen Vertrages sind die S-Bahn-Angebote

S 1
Homburg/Saar – Kaiserslautern – Ludwigshafen – Mannheim – Heidelberg – Osterburken
S 2
Kaiserslautern – Ludwigshafen – Mannheim – Heidelberg – Mosbach
S 3
Karlsruhe – Heidelberg – Mannheim – Ludwigshafen – Germersheim
S 4
Bruchsal - Heidelberg – Mannheim – Ludwigshafen – Germersheim
S 33
Bruchsal – Graben-Neudorf – Germersheim

mit insgesamt rund 8 Millionen Zugkilometern pro Jahr.

Nach Fertigstellung der Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke durch das BASF-Gelände werden darüber hinaus die Berufsverkehrszüge von Wörth und Germersheim sowie von Kaiserslautern und Neustadt (Weinstraße) direkt in die BASF in das S-Bahn-Angebot integriert.

Mit dem neuen Verkehrsvertrag finanzieren die Aufgabenträger - das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg (VM), der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV Süd), die Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (VRN) für den hessischen Kreis Bergstraße sowie das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr des Saarlandes (MWAEV) – ein verbessertes Fahrplanangebot, mehr Platz und Reisekomfort in modernisierten S-Bahn-Zügen sowie mehr Kundenservice.

Die Erneuerung der Fahrzeugflotte zeichnet sich insbesondere durch neue und bequemere Sitzpolster, neue Informations-Displays zur Fahrgastinformation und Anlagen zur Videoaufzeichnung aus. Der Kundenservice wird durch eine größere Begleitquote der Züge durch Kundenbetreuer deutlich erhöht.

Verbesserungen des Fahrplanangebotes ab 11.12.2016

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Ausweitung der S-Bahn-Flotte von heute 40 auf 64 ET 425 (77 ab 2018) zur Angebots- und Kapazitätserweiterung. Alle Fahrzeuge sind mit Klapptritten und einer Überfahrrampe für Rollstuhlfahrer ausgestattet, welche einen niveaugleichen Einstieg ermöglichen.
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Erhöhung der Sitzplatzkapazität in stark nachgefragten Fahrlagen montags bis freitags im Abschnitt:
- Heidelberg – Bruchsal im Zeitraum 14.00 bis 16.00 Uhr (Option 3-Fach-Traktion nach den hierfür erforderlichen Bahnsteigverlängerungen südlich von Heidelberg (ab voraussichtlich Dezember 2019))
- Heidelberg – Osterburken in der Frühlage und zwischen 13.00 und 18.00 Uhr
- Kaiserslautern – Mannheim im Zeitraum 7.00 bis 8.30 Uhr und 15.00 bis 8.00 Uhr
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Halbstundentakt zwischen Heidelberg und Bruchsal auch an Sonn- und Feiertagen zwischen 9.00 und 23.00 Uhr
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Stündlicher Nachtverkehr am Wochenende zwischen Mannheim und Heidelberg
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Täglich lückenloser Halbstundentakt auf dem Abschnitt Heidelberg – Mosbach bis etwa 22.30 Uhr
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Neue Sprinter-S-Bahn im morgendlichen Berufsverkehr von Mosbach bis Heidelberg. Abfahrt in Mosbach um 6.27 Uhr; Ankunft in Heidelberg Hbf um 7.16 Uhr
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Schließung von Taktlücken im Verkehrsangebot zwischen Kaiserslautern und Homburg (Saar) nach Abschluss aller Bauarbeiten zum Strecken-ausbau Paris – Ostfrankreich - Südwestdeutschland (POS Nord)

Höherer Reisekomfort und verbesserte Fahrgastinformation in den Zügen

Das Verkehrsangebot auf den Linien S 1 bis S 4 sowie S 33 wird ab 11.12.2016 durchgängig mit redesignten Fahrzeugen der Baureihe ET 425 erbracht. Insgesamt modernisiert DB Regio 77 Fahrzeuge im Rahmen des neuen Verkehrsvertrages. Das Redesign bringt Reisekomfort und –qualität nochmal einen Schritt voran. In die Modernisierung der S-Bahn-Fahrzeuge investieren die Aufgabenträger rund 42 Millionen Euro.
Durch den Einbau von neuen Sitzpolstern (unter anderem Leder für die
1. Klasse), einzelnen Steckdosen im Bereich der Sitzplätze an den Fahrzeugenden, stromsparender LED-Beleuchtung sowie neuen Anzeigen zur Fahrgastinformation wurde der Fahrgastraum weiter aufgewertet.

Die neuen Informations-Displays bieten eine deutlich höhere Auflösung und damit bessere Lesbarkeit. Je Fahrzeug wurden darüber hinaus zusätzlich sieben neue 19-Zoll-Monitore (Format 4:3) im Fahrgastraum installiert. Sechs Bildschirme - mit Platzierung jeweils an den Wagenkastenübergängen - decken den Bereich der 2. Klasse ab. Das 1.-Klasse-Abteil Klasse erhielt einen Bildschirm an der Rückwand des dortigen Führerstands.

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Die zusätzlichen Bildschirme ermöglichen Anzeigen in Echtzeit von Zuglauf, Verspätungen und Anschlüssen sowie Zusatzinformationen, wie beispielsweise Baustellenankündigungen. Bis zum Start des Echtzeitinformationssystem ab Frühjahr 2017 werden die Bildschirme im Standby-Modus für Kommunikationsmaßnahmen genutzt.

Neue Anlagen der Videoaufzeichnung in den Zügen

Je Fahrzeug sind neu 18 Videokameras im Fahrgastraum eingebaut. Die Aufnahmen werden 72 Stunden gespeichert.
Sollten innerhalb dieser Zeit Vorkommnisse angezeigt werden, können die Aufzeichnungen unter Berücksichtigung der Datenschutzrichtlinien von der Polizei zur Beweissicherung ausgewertet werden.

Höhere Begleitquoten mit Kundenbetreuern sowie Sicherheitspersonal

Die Begleitung der Züge durch Kundenbetreuer wird gegenüber heute deutlich erhöht, insbesondere am Abend und in der Nacht.

Die Begleitquote ab Betriebsbeginn bis 19.00 Uhr beträgt wie bisher 25 Prozent der Zugkilometer im gesamten Netz. Die Besetzung wird dabei gleichmäßig auf den Tagesverlauf, Zuglauf und alle im Einsatz befindlichen Züge verteilt.

Ab 19.00 Uhr beträgt die Begleitquote in Baden-Württemberg sowie auf den hessischen Streckenabschnitten 50 Prozent der Zugkilometer: Montags bis freitags bis Betriebsschluss, in den Nächten auf Samstag, Sonn- und Feiertagen bis zum Folgetag 7.00 Uhr. Die Besetzung der Züge wird dabei gleichmäßig auf den Tagesverlauf, Zuglauf und alle im Einsatz befindlichen Züge verteilt.

In Rheinland-Pfalz beträgt die Begleitquote ab 19.00 Uhr täglich 100 Prozent.
Darüber hinaus finanzieren die Aufgabenträger über den neuen Verkehrs-vertrag zusätzliche Sicherheitspersonale, die insbesondere abends und nachts in den Zügen unterwegs sind.