Die Stadt als Galerie

/ Wandgemälde im Hauptbahnhof Heidelberg

Foto: SchreiberPötter/Heidelberg

Wer die Halle des Heidelberger Hauptbahnhofs betritt, blickt auf ein riesiges Mural des Künstlerduos PichiAvo aus Spanien. In Mannheim springt Passanten in der Unterführung des Hauptbahnhofs ein 26 Meter langes Bild des Mannheimer Künstlers Jens Richter ins Auge. Das sind nur zwei Beispiele dafür, wie Street-Art den öffentlichen Raum auch hier in der Region erobert – als eine Kunstform, die für alle da sein möchte, kostenlos und frei zugänglich.

Im Rahmen der Street-Art-Projekte Stadt.Wand.Kunst, Metropolink und MURALU entstehen in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen immer neue Murals, die diese Städte bereichern. Sie machen sie bunter und laden dazu ein, Kunst zu entdecken, miteinander ins Gespräch zu kommen, den öffentlichen Raum mit neuen Augen wahrzunehmen. Jeder, der mag, kann live und hautnah miterleben, wie Kunst entsteht. Oder sich die fertigen Werke anschauen – im Rahmen von Führungen oder auf eigene Faust. Egal wie: Spannend ist so eine Entdeckungsreise in jedem Fall.

Spannende Fakten

• Im New York der 1970er-Jahre etablierte sich Street-Art erstmals als Kunstform.
• Das Material reicht von Schablonen und Farbe über Wolle und Mosaiksteine bis hin zu ganzen Objekten.
• Mehr als 100 Murals gibt es bereits im VRN-Gebiet zu bestaunen, unter anderem in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen.
13 Stockwerke mit 44 Metern Höhe und 37 Metern Breite bemalte Hendrik ECB Beikirch in Mannheim in einem Zeitraum von einem Monat für sein Wandbild „Véra“ – das damit momentan das wohl größte Wandbild Deutschlands ist.
• Inzwischen gibt es Street-Art auch zu kaufen: Das bisher teuerste Werk ist „Gamechanger“ von Street-Art-Ikone Banksy. Es wurde für 20.000.000 Euro versteigert.
• Mit 25.000 m2 Fläche ist das Street-Art-Mural „Quel temps fera-t-il demain“ vom französischen Streetart-Duo Ella & Pitr das größte Europas. Und: Es ist nur von oben zu sehen, denn es befindet sich auf dem Dach des Expo-Pavillons 3 im Süden von Paris.

Murals im VRN-Gebiet

Mehr als 100 Murals gibt es bereits im VRN-Gebiet – und es werden regelmäßig mehr. Eine kleine Auswahl:

/ Gemäde im Hauptbahnhof Heidelberg

PICHIAVO_Helios,
Halle des Heidelberger Hbf

/ Wandgemälde Unterführung Mannheim Hauptbahnhof

JENS RICHTER_Unterwegs,
Unterführung Mannheimer Hbf

/ bemalte Hauswand in Mannheim

OKUDA_Girl’s Love, Hochuferstr. 33, Mannheim

/ bemaltes Gebäude in Mannheim

HENDRIK ECB BEIKIRCH_Véra, Brandenburger Straße 44, Mannheim

/ bemalte Hauswand in Mannheim

RUBEN SANCHEZ_Multicultural Balance, Brandenburger Straße 44, Mannheim

/ bemalte Hauswand in Mannheim

SOURATI_Abschied und Neubeginn, H 5, 3, Mannheim

/ bemalte Hauswand Heidelberg

AKUT_Insight, South-Gettysburg-Avenue 46, Heidelberg

/ bemalte Hauswand in Ludwigshafen

VIDEO SCKRE_ Urban Jungle, Hochfeldstraße 155, Ludwigshafen

Schauen und staunen

Mannheim

• Geführte Touren: immer samstags und sonntags 

• Kongress für Street-Art-Player 2022: ist geplant, der genaue Termin steht aber noch nicht fest 

• Das Buch: Stadt.Wand.Kunst (2013-2020), 40 Euro 

• Videos, Fotos und eine Mural-Map gibt’s unter www.stadt-wand-kunst.de

Ludwigshafen

• Live dabei: Im Juli entstehen für MURALU drei neue Murals. Wann, wo und von wem wird kurz vorher bekannt gegeben. 

• Im Herbst: Dann ist MURALU Teil einer Ausstellung zur Bedeutung der Straße in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. 

www.wilhelmhack.museum/de

Heidelberg

• Street-Art-Festival: vom 28. Juli bis 8. August in der ehemaligen US-Siedlung Patrick-Henry-Village 

• Urban-Romantic-Tour: führt Street-Art-Fans zu den Kunstwerken – per Rad oder Bus.
www.metropolink-festival.de

Buchtipps

• Street Art Guide Mannheim, Isabel Torres, 16,90 Euro 

• Street Art in Zeiten von Corona, Xavier Tapies, 16 Euro 

• Street Art, Alessandra Mattanza, 32 Euro